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Die Woche der Trainer von morgen

Wie bitte? Jugendliche werden immer fauler, machen nichts mehr für die Schule und wenn sie mal rausgehen, spielen sie Pokémon Go? Bei einigen werden diese Klischees sicher stimmen, aber zum Glück gibt es ja noch Ausnahmen.

Am Montag, den 3. Oktober, machte ich mich zusammen mit 18 Jugendlichen aus dem Erzgebirgskreis, dem Kreis Mittelachsen und aus Chemnitz auf den Weg in den Sportpark Rabenberg, um dort eine ganze Woche die Grundlagen für den Schülerassistenten im Sport zu erlernen. Die Schülerassistentenausbildung ist ein Projekt des Landessportbund Sachsen e.V.. Es ermöglicht Schülern den Grundlehrgang als erste Ausbildungsstufe zur Übungsleiterlizenz kompakt und in Ferienfreizeitatmosphäre zu absolvieren.

 

Ein erster Blick auf den Ablaufplan genügte, um festzustellen, dass es diese Ausbildung in sich haben würde. Theoriestunden im Seminarraum, so viele, dass es kaum möglich war diese zu zählen. Nina Köhn, Sylvio Christ, beide Kreissportbund Mittelsachsen e.V.(KSBM) sowie Fabian Göbel und Marcus Gundermann (KSB Erzgebirge e.V.) versuchten diese Stunden kreativ und abwechslungsreich zu gestalten, indem sie uns zum Beispiel in Gruppen arbeiten oder spezielle Fälle bearbeiten ließen. Neben all der Theorie durfte natürlich auch die Praxis nicht fehlen. In diesen vielen Stunden, die häufig am Nachmittag begannen und bis in den Abend hinein gingen, zeigten sie uns viele spaßige Spielvariationen – so zum Beispiel von eher langweiligen Spielen, wie Brennball. Vor jeder Base (Punkt, den man erreichen muss, um im Spiel nicht verbrannt zu werden) wurde ein Hindernis aufgebaut, in dem wir eine Vorwärtsrolle mit oder ohne Partner im Schlepptau bewältigen sollten. Wir durften aber auch unser neu erlangtes Wissen aus den Theoriestunden in die Praxis umsetzen. Wie dehnt man sich richtig und wann muss man dehnen, welche Kraftübung trainiert welchen Muskel? Diese Fragen konnten wir in Gruppen auf praktische Art und Weise beantworten.

 

Am Mittwoch, den 5. Oktober stand der erste Teil des Deutschen Sportabzeichens (DSA) auf dem Tagesplan. Eine kleine Gruppe von uns war für die Organisation des DSA zuständig. Da wir am Donnerstag nur wenig Zeit hatten, schwammen wir in unserer Mittagspause.

 

Viele Teilnehmer von diesem Ausbildungslehrgang gehen regelmäßig schwimmen oder in einen Schwimmverein, wie zum Beispiel Robert Bochmann (16). Er schwimmt unter anderem mit Arthur Ahner (16) im SV Tanne Thalheim e.V.. Sie haben sich durch das Training kennengelernt und sind seit vier Jahren befreundet. Für das DSA sind sie die 400m Ausdauer geschwommen und haben sich in dieser Disziplin Gold geholt. Aber auch Untrainierte haben gezeigt, dass sie diese Strecke schwimmen können. Hendrik Martin (15) spielt seit fünf Jahren Tennis und hat sich an die Herausforderung gewagt. Obwohl ihm die letzten Bahnen sichtlich schwer fielen, hielt er durch und holte sich Silber. Aber warum wollte er die 400 Meter schwimmen? „Ich hatte einfach keine Lust die 800 Meter bei diesem Wetter draußen zu rennen.“ Das ist der Grund, warum er „einfach aus der Kalten heraus“ geschwommen ist. Hendrik hatte eine kluge Entscheidung getroffen, da das Wetter einfach nicht besser werden wollte. Neben den vielen Wurf-und Stoßdisziplinen mussten die restlichen Sportler, die nicht geschwommen waren, noch die 800 Meter Ausdauer laufen - draußen auf dem Sportplatz, bei gefühlten 5°C, Nieselregen und Nebel. Jessica Hiller (14) lief die 800m, da sie „besser rennen als schwimmen kann“. Außerdem war sie sich sicher, dass sie „mindestens Silber schafft“ und holte sich sogar Gold. Insgesamt fiel das Deutsche Sportabzeichen gut aus. Mehrmals Gold, Silber und Bronze, da können wir schon stolz auf uns sein. Außerdem organisierte eine andere Gruppe von uns ein sehr schönes Sportturnier. Wir spielten Volleyball, Fußball und traten gegeneinander im Tauziehen an. Wie bei einem richtigen Turnier gab es auch hier Platzierungen. Es gab einen ersten Platz und zwei zweite Plätze - so auch hier wieder hervorragende Ergebnisse.

 

Am Donnerstagabend feierten wir unseren Abschluss. Wir spielten „Capture the Flag“, Völkerball und ließen den Abend dann schaurig schön mit dem Spiel „Nachts in Palermo“ enden. Insgesamt war es eine sehr lehrreiche Woche, in der der Spaß definitiv nicht zu kurz kam. Gemeinsam haben viel gelacht und sind als Gruppe zusammengewachsen. Marc Lautenschläger hatte besonders viel Spaß, uns einen Ohrwurm einzuhämmern. Mit dem PPAP (Pen Pineapple Apple Pen) Song unterhielt er uns köstlich.

 

Ein ganz großer Dank geht an Nina und Fabian, aber auch an Marcus und Silvio, da wir einen sehr schöne Zeit mit ihnen verbringen durften. Außerdem bedanken wir uns bei Kai, Lars und Joschy (Streetmoves Freiberg), die uns am Freitagvormittag mit dem Parcours-Sport bekannt gemacht haben. Dies war ein toller Ausklang einer anstrengenden Woche.

 

Vielen Dank auch an den Sportpark Rabenberg für die Unterkunft und die Verpflegung und an das Sächsische Staatsministerium für Kultus (SMK) für die finanzielle Unterstützung.

 

Wir alle haben diese Woche sehr genossen und empfehlen jedem, der Sport liebt, ebenfalls seinen Übungsleiterassistenten zu machen.

 

Liana Edhofer (Sportgemeinschaft Lugau e.V.)