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Geringswalde steckt eine Million Euro in den Bau einer Turnhalle

Über dreißig Mannschaften beteiligten sich beim Staffellauf um den Pokal des KSB Freiberg. In den drei Kategorien kämpften jeweils vier Mädchen und vier Jungen in gemeinsamen Teams. Sieger in der Altersklasse 1+2 wurde die GS Naundorf vor der GS "Theodor Körner" der GS "Gottfried Silbermann".

Die Würfel sind gefallen: Die Stadt Geringswalde forciert den Neubau einer modernen Einfeldhalle in Zentrumsnähe, anstatt die mehr als hundert Jahre alte Sportstätte am Lutherplatz aufwendig zu sanieren. Den Ausschlag nach zahllosen Diskussionen und etlichen Vorortterminen dazu gaben wohl die Kosten. Denn für den Umbau und Modernisierung des alten Gemäuers hätte die Kommune mit rund einer Million Euro fast genauso viel Geld aufbringen müssen wie für einen Neubau.

Die Pläne, auf einer Brachfläche hinter dem Speiseraum der Diesterweg-Grundschule zu bauen, werden in der Stadt mit Wohlwollen goutiert. Schließlich bietet die Einfeldhalle mit einem Innenmaß von 27 mal 15 Metern ausreichend Platz für Mannschaftsspiele. Ein weiterer Pluspunkt: Sie wäre barrierefrei. "Ich begrüße ausdrücklich jedes Vorhaben, das den Sport voranbringt", betont Hans Marschner als Vorsitzender des Leichtathletik- und Wandersportvereins. Wenn man schon dabei sei, Konzepte zu entwickeln, sollte eine Mehrfachnutzung des Gebäudes mit ins Auge gefasst werden, das kulturellen Veranstaltungen Raum gebe, fährt er fort. Doch nicht nur Vereinsmitglieder gehören zu den Profiteuren, sondern auch die Schüler.

Doch bis zum ersten Spatenstich müssen noch Hürden aus dem Weg geräumt werden. Als Dreh- und Angelpunkt dürften sich hierbei die Finanzen herausstellen. Derzeit entwickeln Planer ein tragfähiges Konzept, damit Fördermittel über das von Bund, Land und Kommunen aufgelegte Programm "Brücken in die Zukunft" beantragt werden können. Die Stadt Geringswalde rechnet mit einem Eigenanteil von einer guten halben Million Euro, die teils mit Investitionspauschalen untersetzt werden sollen, sagt Bürgermeister Thomas Arnold (parteilos).

Geringswaldes Vizebürgermeister Falk Horn (Freie Wähler) ist sich der Möglichkeiten des Förderprogramms bewusst. "Ohne die in Aussicht gestellten Zuschüsse wäre die Idee nicht aufgekommen, von der vor allem die Grundschüler profitieren würden, indem sich der gesamte Schulbetrieb auf einem Gelände abspielen würde." Auch für FDP-Stadtrat Thomas Damm hat ein Neubau Charme. "Mit dem Flickwerk im Bestand der alten Halle konnte ich mich ohnehin nicht anfreunden."

Wird die neue Sportstätte hochgezogen, geht es auch dem Speiseraum der Grundschule - ein Flachbau aus den 1970er-Jahren - an den Kragen. Denn die konzipierte Halle würde um wenige Meter in das jetzige Gebäude hineinragen. "Eine Lösung wäre, den Oberbau abzureißen und auf den Keller einen funktionalen Trakt zu setzen, der aktuellen Ansprüchen genügt", erläutert Arnold. Mit berücksichtigt werden könnten dabei zugleich die Belange künftiger Hortbetreuung.

"Im Zuge der Erweiterung des Kreuzungsbereiches Dresdener Straße/Bahnhofstraße wird durch den Abriss zweier Brachen ohnehin mehr Platz auf dem geplanten Baugelände", kündigte Bürgermeister Thomas Arnold (parteilos) an. "Die Denkmalschutzbehörde ist zwar wenig begeistert vom Abriss, begrüßt aber aus architektonischer Sicht unsere Neubaupläne für das brachliegende Grundstück."

 

Quelle: Freie Presse, 21.07.2016